| Peter: |
Es ist aussichtslos. Hier kommen wir nie raus! Nicht wahr, Justus? Just? |
| Justus: |
Ich überlege gerade...wenn ich nur wüsste, wozu die Indianer diese riesigen Mengen an Kartoffeln da draußen vor der Höhle anbauen... |
| Pamir tritt auf |
| Justus: |
Freunde, das ist Old Tom, der Penner, den ich in Comina vor dem Hotel getroffen habe! |
| Pamir: |
Old Tom nennen mich die Weißen unten in der Stadt. Für sie bin ich nur ein alter Wermutbruder, der auf der Straße herumsitzt und
hübsche Mädchen belästigt.
Für mein Volk jedoch bin ich Pamir, Herr der Winde. |
| Justus: |
Ich verstehe! Um unerkannt in der Welt des weißen Mannes herumspionieren
zu können, gebt Ihr Euch als versoffener, geiler Bock aus. Alle Achtung! |
| Pamir: |
Wieso ausgeben? Das verstehe ich nicht (*rülps*) |
| Peter: |
Das ist mir alles egal! Ich will hier raus! |
| Pamir: |
Es tut mir leid, doch ich kann euch nicht gehen lassen. Ich habe euch gewarnt, eure Nasen in Angelegenheiten zu stecken, die euch
nichts angehen. Ihr habt den unbesiegbaren Dornenbusch überwunden,
deshalb werdet ihr den Rest eures Lebens hier unten in den Höhlen
verbringen. |
| Justus: |
Für immer und ewig? Ich kann
nicht umhin, eine solche Handlungsweise als äußerst unmoralisch zu kategorisieren.
Habt ihr denn niemals Kant gelesen? |
| Pamir: |
Und ob ich lesen kann. Doch unsere Kerker sind vollgestopft mit den Überresten neugieriger Trapper und NASA-Satelliten, die unbedingt meinten, uns entdecken zu müssen.
Für euch drei werde ich keine Ausnahme machen.
Ende der Diskussion (*rülps*). Ich bin immer noch sehr erregt
und muss euch nun verlassen. Ich habe gesprochen! |
| Justus: |
Lasst uns mitkommen. Vielleicht können wir Euch behilflich sein? |
| Pamir: |
Nein, Fohlen können niemals das Werk des Hengstes vollbringen. |
| Pamir tritt ab |
| Cassetti: |
Minutenlanges Schweigen erfüllte das Verlies. Jedes Wort erschien überflüssig angesichts der aussichtslosen Situation.
Endlich beschloss Bob, seine beiden
niedergeschlagen dreinblickenden Gefährten mit einem Aphorismus
aufzuheitern. |
| Bob: |
Mann, hier stinkt's nach faulen Eiern! |
| Justus: |
Ja, du hast recht, Bob! Schwefelwasserstoff! Ich habe mich die Jahre über so sehr an diesen Geruch gewöhnt, dass er mir gar nicht mehr auffällt.
Peter, hast du es wieder nicht halten können? |
| Peter: |
Nein, Just. Diesmal war ich's nicht. Echt ehrlich! |
| Justus: |
Also gut, Zweiter, ich glaube dir. Dann befürchte ich allerdings das Schlimmste. Ich denke, ein Erdbeben steht unmittelbar bevor...
(*grübel*) 180 ppm... Lithosphärenduktilität ins Quadrat... ich
würde sagen, eine 6,3 auf der Richter-Skala! |
| Peter: |
Ist die nicht nach oben offen? |
| Bob: |
Im Gegensatz zu dir, Peter! |
| Alle drei: |
Haaaaaaahhhhhh haaahhh grööööööl!!! |
| Pamir tritt auf |
| Pamir: |
Verzeiht mir, meinen jungen Freunde. Meine Grobheit kam aus meiner methanolzerfressenen Birne, nicht aus meinem Herzen.
Mein Enkel Martin Ischniakh bringt es nach 12 Jahren Chemiestudium immer
noch nicht fertig, einen anständigen Wodka zu destillieren.
Wie dem auch sei: mittlerweile bin ich nicht mehr erregt.
Ihr seid frei! Lasst uns alle nach draußen gehen und einen großen Ringelpiez
tanzen. |
| Justus: |
Also, dafür brauchtet Ihr die Kartoffeln! |
| Bob: |
Ist der Ringelpiez mit Anfassen? |
| Pamir: |
Hups, ich glaube, ich bin schon wieder erregt! |
| Alle vier: |
Haaaaahhhh haaahhhhhh grööööööööl!!! |
| Cassetti: |
So also fügte sich alles zum Guten! Während andere Kinder brav in die Schule gingen, feierten Justus, Bob und Peter eine wochenlange Riesenorgie mit den Indianern vom Volk der Winde, das sich daraufhin in alle selbigen zerstreute.
Nur Martin Ischniakh hatte nicht so viel zu lachen. Nach seiner Heirat
mit Mary zog diese ihm jedesmal, nachdem er traditionsbewusst die Aufgabe seiner Väter und
Väterväter vor dem Hotel in Comina ausgeübt hatte, einen dicken
Dinosaurierknochen über die Rübe.
Ach ja: das Erdbeben gab es dann doch nicht. Peter hatte wohl ein wenig
geschwindelt... |